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12.07.2018

Mit dem FLYER E-Bike nach Finnland: Eine besondere Hochzeitsreise.

Mit der FLYER T-Serie von Meersburg am Bodensee in den hohen Norden. Klaus Johner wagte eine Hochzeitsreise der ganz besonderen Art: Er fuhr mit seinem FLYER E-Bike bis nach Finnland und zurück. Insgesamt 3'760 Kilometer. Seine Frau Johanna ist am vereinbarten Datum nach Helsinki geflogen. Wieso Klaus sogar früher als seine frisch angetraute Ehefrau am Ziel ankam und was er auf seiner Reise alles erlebt hat, erfahren Sie im folgenden Interview.

Lieber Klaus, wie kamst du auf die Idee, von Meersburg bis nach Finnland zu fahren?

Meine grosse Leidenschaft für das Radfahren hat mich letztendlich zu dieser abenteuerlichen Reise bewogen. Schon seit über 40 Jahren bin ich begeisterter Hobby Radfahrer und habe schon immer von einer langen Radtour geträumt. Die Reise nach Finnland bot sich geradezu als persönliche Pilgerfahrt an. Von Beginn an war klar, dass mich meine Frau aus beruflichen Gründen nicht auf dem Rad begleiten konnte und sie die Strecke mit dem Flugzeug von Zürich aus in Angriff nehmen würde. Was besonders schön war: Ich erreichte das Ferienhaus in Finnland exakt sechs Stunden bevor meine Frau mit ihrem Mietwagen dort ankam. Eine Punktlandung – im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Wie lauteten deine einzelnen Etappen und wieso hast du dich gerade für diese Route entschieden?

Gleich die erste Etappe von Meersburg über die Schwäbische Alb hatte es in sich. 183,3 Kilometer und 1’235 Höhenmeter galt es zu bewältigen. Kühle Temperaturen und zum Teil heftiger Regen inklusive. Weiter ging es Richtung Norden von Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen, Niedersachsen bis nach Schleswig-Holstein. Nach sechs Tagen war Deutschland durchquert. Es ging weiter über die Vogelfluglinie von der Insel Fehmarn über Kopenhagen nach Helsingör, wo die Fähre mich nach Helsingborg in Schweden brachte.

Am 9. Reisetag war Schweden erreicht. Ich fuhr weiter durch die wunderbare Landschaft, quer durch Südschweden nach Stockholm und anschliessend nahm ich die Fähre nach Turku in Finnland. Von hier aus war es nur noch eine Tagesetappe vom Hafen bis zur Insel Korsaari, wo sich das Ferienhaus befindet.

 

Wie habt ihr euch auf diese lange Reise vorbereitet?

Nach meinem Heiratsantrag an meine Frau Johanna im September 2017 begann die Planung der Hochzeit und der Hochzeitsreise. Als der Hochzeitstermin am 5. Mai 2018 feststand, sollten die Flitterwochen zeitnah folgen. So begann meine Reise am Montag 14. Mai in Meersburg. Ich war insgesamt circa sieben Monate mit den Vorbereitungen beschäftigt. Was benötigt man auf einer so langen Tour? Welche Route soll ich wählen? Wie lange bin ich unterwegs? Was kann ich mir täglich an Kilometern zutrauen? Viele Fragen galt es zu klären.

Vergangenes Jahr bin ich mit meinem FLYER E-Bike ganze 10’000 Kilometer gefahren. Um mich bestmöglich auf meine lange Tour vorzubereiten, war ich auch den gesamten Winter unterwegs. So kamen bis vor Tourbeginn bereits 4'500 Kilometer zusammen. Somit fühlte ich mich in jeglicher Hinsicht gut vorbereitet.

 

Du hast seit 2017 eine schwierige OP hinter dir. Gerade deswegen ist deine Tour so bemerkenswert. Wie bist du damit umgegangen?

Nachdem ich 2011 bereits auf der einen Hüftseite ein neues Implantat erhielt, habe ich mich im Mai 2017 einer künstlichen Hüftoperation unterzogen. Gerade diese Operation war für mich ein ganz großer Antrieb. Ganz nach dem Motto meiner verstorbenen Mutter «Wer rastet, der rostet.», wollte ich unbedingt wieder richtig fit werden. Ich absolvierte nach der OP einen 3-wöchigen Rehabilitationsaufenthalt, bei der ich alle Angebote zur Genesung intensiv nutzte. Nach Entlassung und in Absprache meiner behandelnden Ärzte, kam mir meine FLYER T-Serie sehr entgegen.

Dank elektrischer Unterstützung erfolgte bereits einen Tag später die erste Radtour mit 65 Kilometer um den Überlinger See. Ich trainierte fast täglich und ziemlich genau acht Wochen nach der OP fuhr ich meine erste grosse Tour mit meinem FLYER E-Bike. Vom Bodensee an die Nordsee und zurück. 1'900 Kilometer legte ich in 13 Tagen zurück. Sogar die heimische Presse wurde auf meine Radtour aufmerksam und hat einen schönen Artikel darüber verfasst.

 

Bist du überwiegend in Deutschland unterwegs oder hat es dich schon öfter ins Ausland gezogen?

Durch meinen Wohnort in Meersburg am Bodensee, bin ich jede Woche am Bodensee unterwegs und bei meinen regelmäßigen Umrundungen des Sees auch in Österreich und der Schweiz. Am liebsten bin ich auch im Urlaub mit dem Rad unterwegs. Teneriffa, Mallorca, Andalusien, Italien, Norwegen, Kroatien, Frankreich und Slowenien habe ich bereits per Rad bereist. Selbst in der Türkei wagte ich einst eine 110 Kilometer lange Tour im Taurus Gebirge.

 

Wenn du zwei bis drei Wochen Zeit hättest, einen bestimmten Abschnitt deiner Tour erneut zu fahren – welcher wäre das?

Ganz klar die Strecke durch Südschweden und Südfinnland. Dort begegnete mir Natur pur. Ruhe, Einsamkeit und spannende Begegnungen mit vielen wilden Tieren waren an der Tagesordnung. Mit meiner Kamera konnte ich den Vielfrass, Hirsche, Rehe, Füchse, heimischen Vogelarten und Schmetterlinge bildlich festhalten. Insgesamt 3’500 Bilder entstanden auf der Tour woraus ein 178 Seiten starker Bildband entstanden ist. Ausserdem bemerkenswert: Auf meinen Strecken begegnete ich oft selbst nach 40 Kilometern keiner Menschenseele, geschweige denn Autos. Ein ganz und gar ungewöhnliches Erlebnis für mich.

 

Abgesehen von deiner FLYER T-Serie – auf welche Gegenstände kannst du auf deinen Reisen nur schwer verzichten?

Das Handy ist auf so einer langen Reise für mich unverzichtbar. Sollte etwas auf Reisen passieren, ist mit dem Handy Hilfe nicht weit. Ich konnte meine Familie und Frau benachrichtigen, wie es mir auf meinen Reisen erging, sodass sich niemand sorgen musste. Des Weiteren habe ich mit dem Handy täglich einen ausführlichen Reisebericht inklusive Fotos mit den genauen Streckenangaben erstellt. Den Bericht versendete ich via Facebook, WhatsApp und E-Mail an Freunde und Familie. Ich nutzte mein Handy ausserdem dazu, mich mit jeweils zwei aktivierten Navigationssystemen (Google Maps und Naviki) zu orientieren und die Strecke via GPS mit einer zusätzlichen App metergenau aufzuzeichnen (Runtastic).

 

Hat dir während deiner Reise etwas Angst gemacht?

Meine grösste Angst war, dass mein E-Bike einen technischen Defekt erleidet. Aber das Rad hat wirklich Großartiges geleistet. Durch das anspruchsvolle Streckenprofil, hunderten Kilometern über Stock und Stein und den inzwischen 19’000 Kilometer absolvierten Gesamtkilometern, kam es durch Materialermüdung zu fünf Speichenbrüchen, die ich aber unterwegs problemlos reparieren lassen konnte.

Beim damaligen Kauf des FLYER E-Bikes im Oktober 2016, fiel die Wahl auf das FLYER T8. Aufgrund meiner Hüftoperation wollte ich unbedingt einen Tiefeinsteiger. Da dieses Rad meiner Meinung nach eher als Stadt- und Tourenrad konzipiert und nicht unbedingt für solche Strecken und Verhältnisse ausgelegt ist, war ich von der Qualität des E-Bikes umso begeisterter.

 

Was war die schönste Erfahrung, die du auf deiner Reise gesammelt hast?

Die Begegnung mit vielen interessanten Menschen und die spannenden Gespräche, die sich daraus ergaben. Und natürlich die Ruhe und Entspannung während dem Radfahren, abseits von überfüllten Straßen. Nach Ende meiner Tour habe ich stolz die Aussage getätigt: «Ich bin 3’760 Kilometer mit dem Rad gefahren, und hatte unterwegs nicht einen einzigen Stau!»

 

Planst du bereits ein neues Abenteuer?

Mitte August 2018 fahre ich an der holländischen Nordseeküste entlang. Danach steht noch der Rheinradweg an. Dieser wird mich von der Rheinmündung in Rotterdam bis zur Quelle nach Andermatt in die Schweiz führen. Und im nächsten Jahr laufen bereits Planungen für eine weitere Radtour nach Finnland. Diesmal jedoch auf einer gänzlich anderen Strecke.

Wir danken Klaus für das schöne Interview und wünschen ihm auf seinen weiteren Reisen stets gute und sichere Fahrt.